3 Fragen an...Robert Kliche

Robert Kliche ist freiberuflicher Interim-Manager und meist für Banken tätig. Der gebürtige Merseburger ist 40 Jahre alt und lebt seit 2000 in seiner bayerischen Wahlheimat München. Zwischenzeitlich lebte er auch im Ausland, wo er in Paris und Shanghai für eine deutsche Bank tätig war. Auch privat ist er viel unterwegs und bereist insbesondere gerne Europa und Asien. Daneben interessiert er sich verstärkt für europäische Philosophie.

Robert Kliche

Herr Kliche, Sie sind seit 2012 als Freiberufler im Bankenumfeld tätig. Für welche Projekte zeichnen Sie sich aus fachlicher Sicht als Spezialist aus?

Wichtig ist meiner Meinung nach ein gewisser „Stallgeruch“, um damit Verständnis für eine Bank als Ganzes mitzubringen. Diesen bringe ich aufgrund meiner 17 jährigen Berufserfahrung und Tätigkeit für Banken im In- und Ausland mit internationalem Bezug mit. Krediterfahrung und diverse Stabs- und Projekttätigkeit lassen mich generalistisch denken. Das Generalistentum ist meine Spezialisierung. Es hilft mir, mich schnell mit neuen Aufgabenstellungen vertraut zu machen, die immer öfter quer über die organisatorische Breite einer Bank laufen. Hilfreich ist für mich ebenfalls meine breite Aufstellung. Als Wirtschaftsingenieur und Master of Business and Engineering bringe ich sowohl betriebswirtschaftliches als auch technisches Verständnis und Know-how mit an Bord. Daneben bilde ich mich konsequent weiter und greife gerne auf mein Wissen unter anderem als zertifizierter Compliance Officer (Univ.) oder auch zertifizierter Projektmanager zurück. Da Projekte ohne funktionierendes zwischenmenschliches Miteinander meist nicht optimal laufen, habe ich mich zum zertifizierten Business Coach ausbilden lassen und trage hier gerne – zum Beispiel in der Kommunikation – meinen Teil zum Gelingen bei. Last but not least profitiere ich als Reserveoffizier von effizienten Arbeitsmethoden, die ich mir in Stäben der Bundeswehr aneignen kann und ins Projekt einbringe.

Die Finanzdienstleistungsbranche macht turbulente Zeiten durch. Kaum ist die Bankenkrise überwunden, stehen die neuen Anforderungen der Digitalisierung vor der Tür und durch die aktuelle politische Lage lassen sich langfristige Strategien schwer ableiten. Wie, glauben Sie, können die Banken diese Herausforderungen stemmen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein?

Das ist eine sehr komplexe Frage, Frau Schnabel. Ich gebe mein Bestes, mich bei der Beantwortung so kurz und gleichzeitig so präzise wie möglich zu halten.

Banken sind Intermediäre und spielen in Gesellschafts- / Wirtschaftssystemen eine maßgebliche Rolle. Neben einer funktionierenden Energieversorgung ist eine funktionierende Versorgung einer Volkswirtschaft mit Finanzdienstleistungen das Fundament jeglichen Wirtschaftens. Der Politik sollte entsprechend daran gelegen sein, dass Banken gut funktionieren können.
Wir erleben eine Zunahme an Komplexität in der Welt, die maßgeblich durch Globalisierung und Evolution getrieben ist. Banken stehen hier oft als Zaungast in der zweiten Reihe am Ort des Geschehens. Das Primat der Politik führt zu neuen Gesetzen im Rahmen dieses iterativen Annäherns und Interagierens der verschiedenen Staaten und Systeme. Es ist daher für Banken wichtig, in regelmäßigem Austausch mit der Politik zu stehen, um mitgestalten zu können. Daneben ist die schnelle Umsetzung dessen, was die Politik bereits beschlossen hat und durch regulatorische Maßnahmen umzusetzen ist, dann auch tatsächlich möglichst schnell umzusetzen. Andernfalls könnten drakonische Strafen die Konsequenz sein.
In den USA beobachten wir gerade Überlegungen hin zu einem Zurücknehmen diverser regulatorischer Erfordernisse. Europäische Banken müssen hier zügig reagieren, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Im Austausch mit der Politik sind neue Lösungen zu finden. Parallel sind unbedingt im Rahmen von Effizienzsteigerungen etwaige Beeinträchtigungen zu kompensieren.
Das Buzzword ist für mich daher – vor dem eben skizzierten Hintergrund – ‚Effizienz‘. Banken, die den Effizienzgedanken und den Willen zu schnellem Adaptieren an Lageänderungen in Verbindung mit integrem Handeln nachhaltig in ihrer Unternehmenskultur verankert haben, werden meines Erachtens für die Zukunft gut gerüstet sein.

Als Freiberufler sind Sie bestens vernetzt, um sich zur richtigen Zeit für ein neues Projekt zu positionieren. Dabei arbeiten Sie auch mit Personaldienstleistern zusammen. Wie sieht Ihrer Meinung nach eine optimale Kommunikation und Betreuung zwischen Freelancer und Personaldienstleister aus?

Für mich sieht eine optimale Kommunikation und Betreuung so aus, dass ich die mit mir zusammenarbeitenden Menschen beim Personaldienstleister als Kolleginnen und Kollegen verstehe. Mit Blick auf den zugrundeliegenden Prozess stelle ich für mich fest, dass wir – obwohl wir in verschiedene Legal Entities eingebettet sind – doch unmittelbar zusammenarbeiten. Wenn dieses Verständnis auch beim Personaldienstleister so vorherrscht, also nicht nur rein nach Schlagworten im Lebenslauf für eine Projektbesetzung gesucht wird, dann kann die Kommunikation und Betreuung eigentlich nur gut funktionieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang für mich zu unterstreichen, dass es sich immer um eine auf Vertrauen aufbauende Zusammenarbeit handelt. Je größer das gegenseitige Vertrauen, desto größer das Potential an Möglichkeiten und dessen Wahrscheinlichkeit auf Realisierung. Dafür ist es wichtig, sich kennenzulernen und regelmäßig in Kontakt zu sein. So kommt eins zum anderen und final ergibt sich daraus eine immer tragfähigere und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

 

 

 

Das Interview führte Michaela Schnabel -
Business Development Managerin bei Bankpower.