3 Fragen an…Vera Mintenig - Leading in Balance

Seit 10 Jahren arbeitet Vera Mintenig als freiberufliche Interim-und Projekt-Managerin in internationalen Unternehmen und Konzernen im Bereich kaufmännischer Leitung, Accounting und Controlling. Die Branchen variieren vom Finanzdienstleister im Bankenbereich, Automotive, Produktion, Anlagen und Maschinenbau, FMCG und Biotechnologie, IT und Handel.

 

 

Frau Mintenig, das Thema Compliance und Risk Management betrifft nicht nur die Finanzdienstleistungsbranche. Inwieweit sind Sie in Ihren Projekten mit den Themen betraut?

Die Themen Compliance und Risk Management sind in jeder Firma angekommen und sie werden immer wichtiger – somit in jedem meiner Projekte. Es geht um interne Regelwerke/Gesetze zur Kontrolle und Erfüllung von Prozessen – die die Organisationen im Unternehmen erleichtern und eine Überwachung der gesetzlichen und internen Regeln ermöglichen sollen. Meist sind die Regelwerke so umfangreich und die Kontrollen so vielfältig, dass dabei das Tagesgeschäft manches Mal hintenanstehen muss. Ganz zu schweigen, welche Flut an Informationen auf einen neuen Mitarbeiter zukommen.

Der Gesetzgeber hat Neuregelungen im KWG Umfeld aufgesetzt. Welche Auswirkungen haben diese Änderungen, speziell beim Thema Geldwäsche auf die Wirtschaft und die Unternehmen?

Es werden an die Unternehmen erweiterte Anforderungen der Dokumentation und Transparenz ihrer Geschäfte und Zahlungen mit den Kunden gestellt; unter anderem müssen sich seit Juli 2017 alle registrierten Gesellschaften (Handelsregister, Vereinsregister etc.) im Transparenzregister registrieren. Es geht um Vermeidung von Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus. Dies gehört auch zum Thema Compliance und Risk Management.

Wie schaffen Ihrer Meinung nach die Unternehmen den damit verbundenen erhöhten administrativen Aufwand zu organisieren, ohne dabei Ihr Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren?

Die Kontrollen durch Compliance und Risk Management helfen jedem Unternehmen dabei, dass die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter präsent bleibt, um eine frühzeitige Erkennung von Fehlern/Risiken zu gewährleisten, bevor ein Schaden entsteht.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie und in welchem Umfang die Regelwerke erstellt werden. Meist sind sie zu umfangreich und komplex. Dabei sollten sie einfach, prägnant und kurz sein. Stellen Sie sich einen neuen Mitarbeiter vor, der innerhalb kurzer Zeit die Regelwerke des gesamten Unternehmens verstehen und anwenden können soll.

Mit einfachen Grundsätzen und Dokumentationen ist es möglich, die notwendigen Kontrollen durchzuführen, ohne dabei das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren oder zu viel administrativen Aufwand zu betreiben.

Vera Mintenig - Leading in balance

 

 

 

 

Das Interview führte Michaela Schnabel -
Business Development Managerin bei Bankpower.