Was macht ein Controller?

Erfahren Sie hier alles über den Beruf: Typische Aufgaben, Voraussetzungen, Zukunftsaussichten und Einblicke in das Gehalt. Controller werden sinnbildlich oft als Kapitäne beschrieben. Genauso wie ein Schiffskapitän sein Boot lenkt, steuern Controller das Unternehmen und beobachten dabei, ob sich dieses noch auf dem richtigen Kurs befindet und wirken bei Fehlentwicklungen entgegen.

 

Doch wie genau sieht der Arbeitsalltag eines Controllers aus? Welche Kompetenzen sollten Interessenten mitbringen und mit welchem Gehalt können Controller rechnen? Diese und mehr Fragen sollen im folgenden Berufsbild geklärt werden.

Aufgaben eines Controllers

Die Hauptaufgabe des Controllings ist die Steuerung des Unternehmens und die Kontrolle der Zielvorgaben. Falls es im Unternehmen zu Fehlentwicklungen kommt, ist es Aufgabe des Controllers diese zu erkennen und auszugleichen. Fehlentwicklungen können beispielsweise identifiziert werden, wenn es bei Zielvorgaben zu Soll-Ist-Abweichungen kommt. Außerdem kann es vorkommen, dass einzelne Personen oder Abteilungen im Unternehmen im Eigen- statt im Firmeninteresse handeln, Fehlinvestitionen getätigt werden oder Managementfehler begangen werden. All diese Probleme sind für das Controlling von Relevanz. Das Controlling erkennt nicht nur Probleme, sondern trägt auch zur Problemlösung bei, indem es notwendige Informationen dafür bereitstellt.

In größeren Unternehmen oder Banken nehmen Controller typischerweise eine Schnittstellenfunktion zwischen Geschäftsführung und den Fachbereichen ein. Dabei hat das Controlling Einblicke in verschiedene Abteilungen und ist meistens selbst in verschiedene Funktionsbereiche unterteilt. Beispielsweise können Controlling-Abteilungen für bestimmte Unternehmensabteilungen sowie -sparten, Filialen oder auch Produkte eingerichtet werden.

 

Ein wichtiges Instrument im Controlling ist die Kosten- und Rentabilitätsrechnung. Neben sogenannten Soll-Ist-Vergleichen müssen auch Kennzahlen wie der Cash-Flow oder das EBIT (operatives Ergebnis) ermittelt werden. Diese Kennzahlen dienen unter anderem als Erfolgsmesser von einzelnen Sparten, Abteilungen, Produkten oder einzelner Filialen. Außerdem sind sie Grundlage für Budgetierungen sowie Forecastings und finden sich in den Geschäftsberichten wieder. Zur Ermittlung der angefallenen Kosten sowie der Rentabilitätskennzahlen arbeitet das Controlling in der Regel mit ERP-Systemen, aus welchen sich Werte je Kostenstelle generieren lassen. Dieser Prozess geschieht in enger Zusammenarbeit mit Buchhaltungs- und Bilanzierungsabteilungen. Neben der Arbeit mit ERP-Systemen stellen auch Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel ein wichtiges Werkzeug zur Aufbereitung der Daten und Reports dar.

 

Die Ergebnisse aus der Kosten- und Rentabilitätsrechnung sind im Rahmen des strategischen Unternehmenscontrollings häufig Entscheidungsrundlage für wichtige Unternehmensentscheidungen. Daher müssen die Zahlen von den Controllern entsprechend aufbereitet, visualisiert und präsentiert werden. Die Aufgaben eines Controllers sind also sehr abwechslungsreich. Ein Controller muss sämtliche Bereiche, Prozesse und Produkte überwachen und bekommt somit einen sehr tiefen Einblick in das Unternehmen.

Wie wird man Controller - Diese Ausbildungsmöglichkeiten bestehen

Normalerweise wird für eine Tätigkeit als Controller in einer Bank oder in anderen Unternehmen ein Studium vorausgesetzt. Eine geeignete Grundlage bieten beispielsweise wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge wie BWL, die Wissen in Lernfeldern wie Kostenrechnung, Rechnungswesen oder Steuern vermitteln. Darüber hinaus bieten sich mathematische Studiengänge für eine Karriere im Controlling an. In der Praxis sind die Berufs- und Qualifikationshintergründe von Controllern sehr verschieden. Beispielsweise ist es möglich, im Anschluss an ein Studium mit IT-Hintergrund (z.B. Wirtschaftsinformatik) im IT-Controlling zu arbeiten.

In einigen Unternehmen genügt es, eine kaufmännische Ausbildung absolviert zu haben. Controlling-Abteilungen werden typischerweise in Ausbildungsberufen wie dem des Industriekaufmanns durchlaufen. Ob eine Controlling-Abteilung auch im Rahmen einer Banklehre kennengelernt werden kann, sollte im Vorfeld bei der jeweiligen Bank nachgefragt werden. Außerdem empfiehlt es sich, einen Blick auf die jeweilige Ausbildungsordnung und die Stundenpläne an der Berufsschule zu werfen. Somit lässt sich herausfinden, in wie weit bei dem jeweiligen Ausbildungsberuf der Bereich Controlling abgedeckt wird.

 

Darüber hinaus ist es für Jobinteressenten ratsam bereits während dem Studium Praxiserfahrung im Controlling zu sammeln. Dies kann beispielsweise über Praktika, Werkstudententätigkeiten oder Abschlussarbeiten geschehen. Einige Banken bieten auch duale Studiengänge an, in welchen neben einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium parallel eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert wird. Dabei arbeiten die dualen Studenten meist während den Semesterferien oder an vorlesungsfreien Tagen in der Bank. Als Belohnung für die doppelten Strapazen erhalten die Absolventen im Anschluss neben einem Studienabschluss auch ein Ausbildungszeugnis, da sie an den regulären Zwischen- und Abschlussprüfungen der Bankkaufleute teilnehmen.

 

Es lässt sich also zusammenfassen, dass es keinen „Standardweg“ zum Berufsziel Controller gibt, jedoch sollten sich Interessenten Kompetenzen in Bereichen 

Voraussetzungen für Controller

Controller sollten für ihre Tätigkeit in jedem Fall eine Zahlenaffinität mitbringen, da sie sich täglich mit Kosten, Erlösen, Planzahlen, Forecasts usw. beschäftigen.


Die Zahlen müssen über Reporte aus Programmen wie SAP oder mit bestimmten Excel-Formeln generiert und ausgewertet werden. Dafür sind neben den Softwarekenntnissen auch entsprechende Mathematik-, Kostenrechnungs- und Rechnungswesenskompetenzen nötig. Hinter der Ermittlung dieser Zahlen steckt ein nicht zu unterschätzender Abstimmungsprozess mit anderen Abteilungen. Außerdem sollten Controller nicht vor Gesetzen und Paragraphen zurückschrecken, da sich die Bilanzierungsgrundsätze aus dem Handelsrecht ergeben. Neben Kenntnissen im deutschen Handelsgesetzbuch (HGB), sollten Controller mit Bilanzierungsregeln nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) und dem US-amerikanischen Pendant (US-Gaap) vertraut sein. Das Handelsrecht und die Rechnungslegungsvorschriften ändern sich ständig, daher müssen sich Controller laufend über die Veränderungen und Unterschiede auf dem Laufenden halten.

 

Neben dem Fachwissen ist es in dem Beruf außerdem von Bedeutung über eine analytische Denkweise zu verfügen und auch komplexe Zusammenhänge verstehen zu können. Dies ist insbesondere in der Einarbeitungsphase wichtig, wenn Neulinge mit verschiedenen Tools, Prozessen und Herangehensweisen konfrontiert werden. Im Bereich Soft-Skills ist es entscheidend, die Denkweisen von Abteilungen und Managern nachvollziehen zu können und im Umgang mit anderen Abteilungen sowie Vorgesetzten Teamfähigkeit an den Tag zu legen.

Einstiegsgehalt für Controller: So sieht es nach dem Studium aus

Wer nach dem Studium im Controlling einsteigt, verdient im Vergleich zu anderen Berufseinsteigern überdurchschnittlich viel. Bachelorabsolventen können nach ihrem Studium von einem durchschnittlichen Jahresgehalt in Höhe von knapp 40.000 Euro brutto p.a. ausgehen. Die zusätzlichen Jahre, welche Studenten im Rahmen eines Masterstudiums an der Hochschule verbringen, wissen Unternehmen in der Regel zu honorieren und daher können Masterabsolventen ein Jahresgehalt in Höhe von ungefähr 45.000 Euro erwarten.

 

In größeren Banken und Unternehmen kann sich das Einkommen durch spezielle Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld oder eine Erfolgsbeteiligung noch zusätzlich erhöhen. Allerdings gibt es, wie in fast allen Berufen, auch im Controlling bei den Gehältern ein Ost-West-Gefälle. Als Argumente für ein besseres Einstiegsgehalt eignen sich beispielsweise das Absolvieren von relevanten Praktika, Werkstudententätigkeiten oder eine Abschlussarbeit, aus welchem das Unternehmen einen Nutzen ziehen kann.

Gehalt von Controllern: Dieses Einkommen können Sie erwarten

Auch im weiteren Karriereverlauf bestehen für Controller gute Gehaltsaussichten. In den alten Bundesländern schaffen es Controller im Schnitt auf 52.000 Euro brutto jährlich. In den neuen Bundesländern liegt das Durchschnittsgehalt mehr als 20% darunter bei knapp 40.000 Euro brutto im Jahr. Neben der Art des Bildungsabschlusses und regionalen Unterschieden hängt das genaue Einkommen von Controllern von weiteren Faktoren ab. Beispielsweise verdienen Controller in größeren Unternehmen oder Banken meist signifikant mehr als in kleineren oder mittelständischen Betrieben. Die ist darauf zurückzuführen, dass in größeren Unternehmen häufig eine Tarifbindung besteht. Auch die Anzahl der Jahre an Berufserfahrung sowie die eigenen Kompetenzen entscheiden über die persönliche Gehaltsentwicklung.

 

Tätigkeiten im Controlling können aufgrund der intensiven Arbeit mit ERP-Systemen und Tabellenkalkulationsprogrammen ebenso einen sehr technischen Charakter erhalten. Außergewöhnliche Kompetenzen in diesen Feldern und ein Verständnis für die technischen Abläufe sind daher oft ein hilfreiches Argument bei Gehaltsverhandlungen.

Zukunftsaussichten und Weiterbildungsmöglichkeiten für Controller

Der Bereich Controlling gewinnt in Banken und anderen Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass es früher in einigen Unternehmen nur Jahres- oder Quartalsabschlüsse gab. Mittlerweile aber erheben und veröffentlichen immer mehr Unternehmen ihre Kennzahlen in monatlichen Abständen. Auch Themen wie Compliance oder Risikocontrolling werden immer wichtiger und erhöhen somit den Bedarf an geeigneten Fachkräften.

Zur beruflichen Weiterbildung eignen sich unter anderem verschiedenen Master- oder MBA-Studiengänge. Controller, welche zuvor eine kaufmännische Ausbildung absolviert haben, können unter anderem mit einer IHK-Weiterbildung zum geprüften Controller ihr Berufsprofil schärfen.

 

Für Controlling-Experten bieten sich verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten. Beispielsweise können sie innerhalb einer Controlling- oder Finanzabteilung zum Gruppen- oder sogar Abteilungsleiter aufsteigen oder eine Funktion einnehmen, in welcher sie direkt an die Geschäftsführung bzw. den Vorstand berichten.

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