Was machen Kreditorenbuchhalter?

Erfahren Sie hier alles über den Beruf: Typische Aufgaben, Voraussetzungen, Ausbildungswege und Einblicke in die Gehälter.

 

Banken und andere Organisationen müssen dafür sorgen, dass ihre Geschäftsbücher ordentlich geführt werden. Für diese Ordnung und Übersichtlichkeit sorgen Buchhalter. In der Vergangenheit standen Stift, Lineal und dicke Bücher noch als Sinnbild für den Beruf. Diese Vorstellung ist jedoch überholt. An den Grundsätzen der Buchhaltung hat sich im Laufe der Zeit zwar wenig verändert, jedoch arbeiten Buchhalter heutzutage mit Computern, digitalen Belegen und Buchhaltungssoftware. Dabei unterscheidet sich der Beruf in unterschiedliche Spezialisierungen, wie dem des Kreditorenbuchhalters.  

 

Aber was genau macht ein Kreditorenbuchhalter? Wie sieht der Weg zu dem Beruf aus und welche Voraussetzungen sollten Bewerber erfüllen? Wie viel verdient ein Kreditorenbuchhalter und wie sehen die Zukunftsaussichten aus? Das folgende Berufsbild gibt zur Beantwortung dieser Fragen einen Einblick in den Job.  

Diese Aufgaben erwarten Kreditorenbuchhalter

Unternehmen und auch Banken sind aus rechtlichen Gründen dazu verpflichtet Buch zu führen. Die Arbeit der Buchhaltung ist unter anderem Grundlage für die Ermittlung der Umsatzsteuer und der Erstellung von Bilanzen. Bei der Kreditorenbuchhaltung handelt es sich neben der Bilanz- und Debitorenbuchhaltung (Forderungen an Kunden) um einen traditionellen Bereich der externen Buchhaltung.

 

Als Kreditoren (=Gläubiger) gelten Lieferanten und andere Dienstleister, von welchen ein Unternehmen Waren oder Leistungen bezieht. Gemeinsam mit diesen Waren und Dienstleistungen erhalten Unternehmen von den Lieferanten Eingangsrechnungen, welche entweder bereits bezahlt wurden oder zu einem späteren Zeitpunkt auszugleichen sind („Kauf auf Ziel“). Im Zuge dieses Prozesses fallen in der Kreditorenbuchhaltung viele verschiedene Aufgaben an. Für sachkundige Dritte muss immer ersichtlich sein, bis wann welchem Lieferanten welche Rechnungsbeträge geschuldet werden und wie das Unternehmen finanziell aufgestellt ist. Außerdem sind Zahlungsfristen zu beachten, damit das Unternehmen von Boni, Skonti oder anderen Gutschriften bzw. Rabatten profitieren kann. 

 

Eingangsrechnungen von Lieferanten und Dienstleistern sind der Ausgangspunkt für die Tätigkeiten eines Kreditorenbuchhalters. Die Eingangsrechnungen müssen erfasst und verbucht werden. Dabei stehen die Kreditorenbuchalter in Kontakt mit Fachabteilungen, indem sie beispielsweise die auf der Rechnung ausgewiesenen Waren oder Dienstleistungen mit den Bestellungen der Einkaufs- oder Fachabteilungen abgleichen. Außerdem müssen die Eingangsrechnungen in Systemen eingegeben und kontiert werden. Beim Kontieren handelt es sich um einen klassischen buchhalterischen Vorgang, bei welchem die Rechnungsbeträge mit Buchungssätzen auf Kreditorenkonten und eventuell interne Kostenstellen gebucht werden. 

 

Die Bearbeitung und das Bezahlen von Eingangsrechnungen laufen allerdings häufig nicht standardisiert ab. Unter anderem erfordern unklare oder falsche Rechnungen, besondere Buchungsvorschriften (z.B. bei ausländischen Lieferanten) oder die Verrechnung von Gutschriften gesonderte Bearbeitungsprozesse.  

 

 Neben diesen Aufgaben zählen das Sortieren und Scannen von Rechnungen sowie die Pflege von Lieferantenstammdaten zu dem Verantwortungsbereich eines Kreditorenbuchhalters. Darüber hinaus fallen in vielen Unternehmen auch Reisekostenabrechnungen in den Aufgabenbereich der Kreditorenbuchhaltung. Besonders arbeitsintensiv können Jahres- oder Monatsabschlüssen werden. Dabei werden verschiedene Bilanzkonten- und Kreditorenkonten abgeglichen, überprüft und abgeschlossen. Die daraus resultierenden Zahlen geben Aufschluss über den Unternehmenserfolg. Gerade bei Banken darf es hier in Zeiten von Bonitätsprüfungen zu keinen Fehlern kommen.   

 

 All die genannten Aufgaben und Tätigkeiten geschehen heutzutage in der Regel unter Zuhilfenahme von Buchhaltungs- und ERP-Software. Die meisten Unternehmen nutzen hierfür SAP R3 und das dazugehörige Modul FI. Auch die Bezahlung der Kreditoren wird elektronisch veranlasst, entweder automatisch über ein ERP-Tool oder manuell über ein Online-Banking-Verfahren. Vieles geschieht in der Buchhaltung heute automatisch. Spätestens aber wenn es bei Buchungsdifferenzen an die Fehlersuche geht, benötigt ein Kreditorenbuchhalter die theoretischen Buchhaltungskenntnisse. 

 

Kreditorenbuchhalter arbeiten allerdings nicht nur am Computer. Der Job ist höchst kommunikativ. Insbesondere im Rahmen von Klärungsfällen stehen sie in engem Kontakt mit Einkaufs- und Fachabteilungen sowie Steuerberatern und Lieferanten. 

 

 Der Beruf des Kreditorenbuchhalters ermöglicht Einsatzgebiete in diversen Branchen, da jedes Unternehme in irgendeiner Form über die Lieferantenverbindlichkeiten Buch führen muss. In den meisten größeren Firmen existieren oft eigene Kreditorenbuchhaltungsabteilungen. Darüber hinaus gibt es auch externe Buchhaltungsfirmen, welche von Unternehmen mit den entsprechenden Aufgaben beauftragt werden. 

 

Der Bereich Kreditorenbuchhaltung spielt in Banken eine große Rolle. Hierbei handelt es sich bei den Kreditoren weniger um Rohstofflieferanten wie in der Industrie, sondern beispielsweise um Dienstleister aus dem Finanz-, IT-, Werbe-, Beratungs- oder Wirtschaftsprüfungsumfeld. 

Ausbildungsmöglichkeiten zum Kreditorenbuchhalter

Die Bereiche Rechnungswesen und Kreditorenbuchhaltung sind Inhalt vieler kaufmännischer Ausbildungen. Ob während der Ausbildung eine Buchhaltungsabteilung durchlaufen werden kann, sollte im Vorfeld beim ausbildenden Unternehmen erfragt werden. Außerdem können ein Blick auf die Ausbildungsordnung sowie die Stundenpläne der Berufsschulen Aufschluss darüber geben, in wie weit die Themen Rechnungswesen und Kreditorenbuchhaltung Gegenstand der Lehre sind. Im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung sowie mit entsprechender Berufserfahrung besteht außerdem die Möglichkeit zur Weiterbildung als Buchhalter. Weiterbildungen wie diese dauern je nach Bildungsanbieter und Unterrichtsform zwischen 3 und 18 Monate. 

 

Außerdem bietet sich für angehende Kreditorenbuchhalter ein betriebswirtschaftliches Studium als Karrieregrundlage an. In vielen BWL-Studiengängen besteht die Möglichkeit im Studienverlauf Schwerpunkte zu wählen, welche sich mit Themen wie Rechnungswesen oder Steuern beschäftigen. Viele Unternehmen und Banken bieten heutzutage duale Studiengänge an, in welchen neben einem Vollzeitstudium auch eine kaufmännische Ausbildung absolviert werden kann. Die Praxisphasen in den Ausbildungsbetrieben finden dann meist während den Semesterferien oder an vorlesungsfreien Tagen statt. Zur Belohnung erhalten duale Studenten neben einem Bachelorabschluss auch noch einen entsprechenden Berufsabschluss, z.B. den des Bankkaufmanns. 

 

Vollzeitstudenten können die nötige Praxiserfahrung im Bereich Kreditorenbuchhaltung über Praktika oder Werkstudentenstellen sammeln. Außerdem besteht die Möglichkeit eine Abschlussarbeit im Bereich Kreditorenbuchhaltung zu verfassen. 

Diese Voraussetzungen sollten Kreditorenbuchhalter erfüllen

Im Bereich Buchhaltung gibt es oftmals Quereinsteiger. Und auch wenn die Computerisierung viele Tätigkeiten erleichtert hat, an den Grundlagen des Rechnungswesens kommt kein Buchhalter vorbei. Begriffe wie doppelte Buchführung, Passivkonto, Skonto oder Gewinn- und Verlustrechnung dürfen daher keine Fremdwörter sein. Außerdem müssen Kreditorenbuchhalter mit den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung sowie gesetzlichen Regelungen (z.B. Umsatzsteuer) vertraut sein. Falls im Unternehmen internationale Lieferanten- und Dienstleisterbeziehungen bestehen, können auch Zoll- und besondere Steuervorschriften von Bedeutung sein. Diese Kenntnisse werden entweder in Schulen mit wirtschaftlicher Ausrichtung, während des Studiums bzw. der Ausbildung oder über entsprechende Fortbildungen vermittelt. 


Wie bereits erwähnt, ist der Bereich Kreditorenbuchhaltung heute stark in die IT- und ERP-Landschaft  von Banken und anderen Firmen integriert. Aufgrund des hohen Verbreitungsgrades von SAP R3 sollten Jobinteressenten Kenntnisse für dieses System mitbringen bzw. Bereitschaft zeigen, sich diese während einer Einarbeitungsphase anzueignen. 

 

Außerdem sind in dem Beruf auch „Soft-Skills“ gefragt. Viele Probleme, wie etwa Kontodifferenzen, lassen sich nur mit Hilfe von anderen Abteilungen oder dem Kreditor klären. Daher sind in dem Beruf Teamfähigkeit sowie Ausdrucksstärke in Wort und Schrift von hoher Bedeutung. Darüber hinaus hilft ein ausgeprägter Ordnungssinn bei der täglichen Arbeit. Denn auch bei einer Vielzahl an Rechnungen und Zahlen darf es in der Kreditorenbuchhaltung niemals zu chaotischen Verhältnissen kommen. Gerade bei Banken muss die Buchhaltung einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. 

 

Bei Monats- und Jahresabschlüssen kann es in Buchhaltungsabteilungen stressiger zugehen. Kreditorenbuchhalter sollten insbesondere für diese Zeiten ein gewisses Maß an Belastbarkeit mitbringen. Eine analytische Denkweise und ein gewisses Zahlenverständnis sind dabei unter anderem für die Fehlersuche oder bei speziellen Buchungen nötig.

Dieses Gehalt können Kreditorenbuchhalter erzielen

Aufgrund der vielen Branchen, in denen Kreditorenbuchalter tätig sind, können die Gehälter unterschiedlich sein. Im Durchschnitt verdient ein Kreditorenbuchhalter in den alten Bundesländern etwa 30.000 Euro p.a. brutto. In den neuen Bundesländern liegt das jährliche Durchschnittsgehalt bei knapp 23.500 Euro brutto. 

 

Neben dem Ost-Westgefälle und bestimmten Branchenunterschieden, hängt das Gehalt auch von weiteren Faktoren ab. Durch eine mögliche Tarifbindung des Unternehmens kann sich nicht nur das Grundgehalt von Kreditorenbuchhaltern erhöhen, auch Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld können für ein höheres Jahreseinkommen sorgen. Außerdem beeinflusst die Unternehmensgröße das Gehalt. Größere Unternehmen zahlen in der Regel höhere Gehälter als Kleinere. Darüber hinaus wirkt sich ein erfolgreich abgeschlossenes Studium positiv auf das Gehalt aus. Nicht zuletzt entscheiden die eigenen Kompetenzen, der genaue Verantwortungsbereich, die Berufserfahrung sowie Verhandlungsgeschick über das genaue Gehalt. 

Zukunftsaussichten und Weiterbildungsmöglichkeiten für Kreditorenbuchhalter

Der Beruf des Kreditorenbuchhalters befindet sich aufgrund der zunehmenden Digitalisierung im Wandel. IT-Systeme und digitalisierte Prozesse gewinnen im Bereich Buchhaltung immer mehr an Bedeutung. Spezielle Computerkenntnisse in Bezug auf Buchhaltungssoftware werden also immer entscheidender.

 

Gleichzeitig werden Kreditorenbuchhalter aufgrund ihrer Kenntnisse im Bereich Rechnungswesen und ihrer genauen Arbeitsweise auch in anderen Unternehmensbereichen geschätzt. Dadurch ergeben sich verschiedene Weiterentwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Beispielsweise können Kreditorenbuchhalter im weiteren Karriereverlauf Tätigkeiten in der Bilanzbuchhaltung oder im Controlling anstreben. Außerdem gibt es in vielen Banken und anderen Firmen auch Buchhaltungsleiter. Diese Position zeichnet sich in der Regel durch weniger operative Tätigkeiten, dafür aber durch mehr Verantwortungsbereiche aus. Mit einigen Jahren Berufserfahrung bietet sich Kreditorenbuchhaltern zudem die Möglichkeit eine Weiterbildung zum Steuerfachwirt zu absolvieren. Im weiteren Verlauf kann sogar eine Tätigkeit als Steuerberater angestrebt werden. Auch ein betriebswirtschaftliches Studium stellt eine Chance zur Weiterbildung dar.  

Sie haben Fragen ?

 

Sie haben Fragen, Wünsche oder Anfragen?

Hier finden Sie unser Kontaktformular

Der richtige Ansprechpartner kommt

zeitnah auf Sie zu.

Finden Sie jetzt Ihren Job: