Was macht ein Revisor?

Erfahren Sie hier alles über die Tätigkeit: Aufgaben, Ausbildungsmöglichkeiten, Voraussetzungen und welches Gehalt erzielt werden kann

 

Banken und andere Unternehmen sehen sich im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gelegentlich mit Unregelmäßigkeiten und Missständen konfrontiert. Dabei geht es beispielsweise um Themen wie Untreue, Korruption, Verletzung von Umwelt- und Verbraucherschutzgesetzen oder auch mangelhafte Produkte bzw. Dienstleistungen. Ziel der internen Revision ist es, Problemen wie diesen präventiv entgegenzuwirken und sie bei Eintreten aufzuklären. 

 

 Aber welche genauen Ziele verfolgt die interne Revision? Welche Ausbildung ist für die Tätigkeit als Revisor nötig und welche Voraussetzungen sollte man für den Beruf mitbringen? Wie viel verdient man und wie sehen die Zukunftsaussichten aus? All diese Fragen werden im folgenden Berufsbild geklärt.   

Ziele und Aufgaben einer internen Revision in Banken und anderen Unternehmen

Die Einrichtung einer internen Revision ist für Unternehmen kein Selbstzweck. Verstöße gegen Compliance-Vorschriften, strafrechtlich relevante Verfehlungen von Mitarbeitern bei Unternehmensgeschäften und Missstände bei der Einhaltung von Umwelt- und Verbraucherrichtlinien können hohe Folgekosten und Imageschäden verursachen. Außerdem sind viele Unternehmen aufgrund gesetzlicher Vorschriften wie dem Aktiengesetz dazu verpflichtet, eine interne Revision aufzubauen. Bei Banken werden der Aufbau und die Pflichten der internen Revision durch das Kreditwesengesetz geregelt. Die Revisionsabteilung berichtet meistens direkt an die Geschäftsführung bzw. den Vorstand. Die Wirksamkeit der internen Revision selbst wird in der Regel durch den Aufsichtsrat geprüft. 

 

Die Arbeit der internen Revision gliedert sich in der Regel in zwei große Aufgabenkomplexe. Ein Bereich betrifft die präventive Kontrollarbeit. Dabei müssen beispielsweise Geschäftsprozesse, Verträge, Produkte und auch ganze Abteilungen bzw. Unternehmenssparten überwacht und überprüft werden. In diesen Fällen geht es bei der präventiven Arbeit darum festzustellen, ob Vorgaben aus Unternehmens- und Qualitätsrichtlinien sowie gesetzliche Vorschriften verletzt wurden. Außerdem erfolgt eine Kontrolle hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Funktionsfähigkeit. Sollten bei der Überprüfung Risiken erkannt werden, ist es Aufgabe des Revisors diese anzumahnen und an die Geschäftsführung zu berichten.

 

Eine wichtige Methode für diesen Soll-Ist-Abgleich sind Audits. Revisoren führen verschiedene Arten von Audits durch. In Compliance-Audits wird beispielsweise geprüft, ob sich Mitarbeiter im Rahmen von Ausschreibungsprozessen oder anderen Geschäftstätigkeiten entgegen der vorgegebenen Anti-Korruptions-Richtlinien verhalten haben. Im Bankwesen spielen Kreditrevisionen eine große Rolle. Dabei prüft die interne Revision unter anderem, ob die Kreditvergabe an bestimmte Kreditnehmer in Anbetracht von deren Kreditwürdigkeit unter vertretbaren Risiken stattgefunden hat.

 

Im weiteren Verlauf der Präventivarbeit kann es beispielsweise auch im Verantwortungsbereich der internen Revision liegen, Fachabteilungen bei der Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen zu unterstützen.

 

Der zweite Aufgabenbereich der internen Revision betrifft die Aufklärung von eingetretenen oder vermuteten Delikten im Unternehmen. Dabei geht es häufig um strafrechtliche relevante Vorwürfe wie Betrug, Korruption oder Urkundenfälschung. Der Revisor muss sich hier möglichst schnell in einen Fall einarbeiten. Die Aufklärung des Sachverhalts kann beispielsweise mit Hilfe von Dokumenten, Datenträgern oder Interviews erfolgen. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und präsentiert werden. Im Fall von rechtlichen Auseinandersetzungen können die Ergebnisse vor Gericht verwendet werden. 

 

Die Aufgaben der internen Revision dienen nicht nur dem Unternehmen selbst und dem Gesetzgeber. Die Arbeit und die Ergebnisse sind auch für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber und nicht zuletzt die Öffentlichkeit von Bedeutung. Aufgrund der Notwendigkeit von Revisionsarbeit eröffnen sich für Revisoren viele mögliche Einsatzbranchen. Nahezu jedes größere Unternehmen, auch außerhalb des Banken- und Versicherungswesens, verfügt über eine interne Revisionsabteilung. Darüber hinaus sind Revisoren in öffentlichen Betrieben und in der Verwaltung zu finden.

Wie wird man Revisor?

Bisher gibt es für das Berufsbild Revisor keine Ausbildung. Jedoch bieten private Institute für Personen mit einem kaufmännischen Ausbildungsabschluss oder einem vergleichbaren Hochschulstudium Weiterbildungen zum internen Revisor an. 

 

 Die meisten Revisionsmitarbeiter verfügen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Für angehende Revisoren bietet sich insbesondere ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an. Mitarbeiter in Revisionsabteilungen müssen verschiedenste Geschäftsprozesse und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und nachvollziehen können. Hierfür sind betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse aus Bereichen wie Rechnungswesen oder Steuern nötig. Einige Hochschulen bieten auch Studiengänge mit dem Schwerpunkt Compliance an. 

 

Für Personen, die im speziellen eine Karriere in der internen Revision einer Bank anstreben, bietet sich ein duales Studium in einer Bank an. Hierbei absolvieren die Studenten neben dem Studium eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Die Praxisphasen finden in der vorlesungsfreien Zeit, während den Semesterferien oder unter der Woche statt. In vielen Bankhäusern haben duale Studenten die Möglichkeit während ihrer Praxisphasen eine Revisionsabteilung kennenzulernen. Für Vollzeitstudenten bieten sich Praktika oder Werkstudentenstellen, um Einblicke in die Tätigkeiten zu bekommen. 

Diese Kompetenzen sollten Revisoren mitbringen

Die möglichen Sachverhalte, welche Revisoren überprüfen müssen, sind extrem breit gefächert. Noch dazu muss auf plötzlich eintretende Delikte, zum Teil unter dem Druck der Öffentlichkeit und der Geschäftsleitung, möglichst rasch reagiert werden. Da in solchen Fällen keine Zeit für eine lange Einarbeitungsphase besteht, sind ein schnelle Auffassungsgabe sowie eine analytische Herangehensweise hilfreich. Zum Nachvollziehen der zu kontrollierenden Geschäftstätigkeiten sind außerdem ein betriebswirtschaftliches Grundverständnis, Buchhaltungs- und Steuerkenntnisse sowie Wissen über relevante Gesetze und Paragraphen notwendig. Für die Auswertung von Sachverhalten werden oft auch Softwarekenntnisse benötigt, beispielweise wenn Daten aus ERP-Systemen übertragen werden müssen. Da viele Aufklärungsmaßnahmen und Audits das Miteinbeziehen von ausländischen Unternehmenssparten, Tochtergesellschaften oder anderweitige Partner erfordern, werden für die Tätigkeit als Revisor meistens gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift vorausgesetzt. 

 

Außerdem sollten Jobinteressierte auch im Hinblick auf die möglichen Arbeitsorte eine gewisse Flexibilität mitbringen. Bei größeren Unternehmen erfordern Audits und Aufklärungsarbeiten Dienstreisen zu verschiedenen Unternehmensstandorten. Dabei kann es gerade bei dringenden Sachverhalten zu spontanen Geschäftsreisen und längeren Arbeitszeiten kommen. 

 

Im Bereich Soft-Skills sollten Revisoren besonders über Kommunikationsstärke verfügen. Die Recherchearbeit erfordert einen intensiven Austausch und eine enge Abstimmung mit verschiedenen Abteilungen und Führungskräften. Darüber hinaus müssen die Ergebnisse mit einer gewissen Überzeugungskraft präsentiert werden. 

Überdurchschnittliches Gehalt für Revisoren

Die Gehaltsaussichten für Revisoren sind sehr gut. In den alten Bundesländern verdient ein Revisor durchschnittlich ca. 56.000 Euro brutto pro Jahr. In den neuen Bundesländern sind es im Schnitt knapp 43.200 Euro. Je nach genauer Stelle und Verantwortungsbereich sind höhere Gehälter möglich. Generell verdienen Revisoren also überdurchschnittlich viel, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass die meisten Revisoren einen akademischen Abschluss besitzen. Neben dem Ost-West-Gefälle hängt das Gehalt von der Unternehmensgröße, der Berufserfahrung und einer möglichen Tarifbindung ab. Beispielsweise gelten in Banken je nach Bankenform (z.B. Privatbank oder Genossenschaftsbank) unterschiedliche Tarifverträge.

Zukunftsaussichten und Weiterbildungschancen für Revisoren

Die zukünftigen Jobchancen von Revisoren können als positiv beurteilt werden, da in vielen Unternehmen in den letzten Jahren die Sensibilität gegenüber Themen wie Compliance und Qualitätsmanagement zugenommen hat. Größere Unternehmen verfügen über eigene Revisionsabteilungen und haben daher einen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. 

 

 

Auch öffnet die Tatsache, dass Revisoren in verschiedenen Branchen tätig sein können und dabei unterschiedliche Bereiche kennenlernen, viele Türen. Der Austausch mit Führungskräften und Vertretern aus Fachabteilungen ermöglicht zudem den Aufbau eines beruflichen Netzwerkes.

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