Was macht ein Versicherungskaufmann?

Erfahren Sie alles über den Beruf: Aufgaben im Innendienst und Außendienst, Voraussetzungen sowie das mögliche Gehalt.

 

Die Versicherungswirtschaft und das Bankwesen bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen Berufsmöglichkeiten. Für Jobinteressenten bietet sich die Chance als Versicherungskaufmann bei einem großen Versicherungskonzern, kleineren Versicherungsagenturen oder einer Bank einzusteigen. Doch was genau verbirgt sich hinter der sehr allgemeinen Bezeichnung Versicherungskaufmann? Welche Eigenschaften sollte ein Versicherungskaufmann mitbringen und wie sehen die Gehalts- und Karrierechancen aus? Diese und mehr Fragen werden im folgenden Berufsbild beantwortet.

Die Aufgaben eines Versicherungskaufmanns im Außendienst

Die meisten Versicherungskaufleute sind entweder im Innen- oder Außendienst tätig. Außendienstmitarbeiter arbeiten für Agenturen, die Versicherungen vertreiben und ihre Hauptaufgabe besteht in der Betreuung, Beratung und Akquisition von Kunden. Ein wesentlicher Teil der Arbeit eines Versicherungskaufmannes bzw. einer Versicherungskauffrau im Außendienst besteht daher aus persönlichen Kundengesprächen oder Telefonaten. Wenn eine Bank im Auftrag eines Versicherungsunternehmens Versicherungsprodukte vertreibt, finden diese Aufgaben in der Regel während einer persönlichen Kundenberatung in der Bank oder per Telefon statt.

 

Im Rahmen der Kundengespräche ist es Aufgabe des Versicherungskaufmanns den Kundenbedarf zu erkennen: Was genau benötigt der Kunde? Um dies zu erfahren, muss sich der Versicherungskaufmann ein Bild über die Lebensumstände des Kunden machen (wie viele Kinder hat er? Gibt es besondere Hobbies?), ohne dabei die nötige Diskretion zu verlieren. Auf Grundlage der Bedürfnisse können dem Kunden passende Versicherungen oder Finanzprodukte empfohlen werden. Hierbei besteht ein Großteil der Aufgabe darin, dem Kunden die teils sehr komplizierten Versicherungsprodukte inklusive vieler Fachbegriffe (Haftschutz, Vollkasko, Rechtsschutz etc.) und rechtlichen Regelungen auf eine verständliche Art und Weise zu erklären. Ergebnisse solcher Gespräche sind Versicherungsverträge, d.h. Vereinbarungen zwischen dem Versicherten und dem Versicherungsunternehmen.

 

Wird die Versicherung über eine Bank vertrieben, nimmt die Bank eine Vermittlerrolle ein und der Bankberater bleibt auch in Zukunft Ansprechpartner für den Kunden. Bei erfolgreichen Versicherungsabschlüssen erhalten Außendienstmitarbeiter in der Regel von ihrem Arbeitgeber eine Provision. Nach dem Vertragsabschluss sind die Außendienstmitarbeiter in vielen Fällen die ersten Ansprechpartner der Kunden bei Fragen zum Vertrag oder zum Versicherungsschutz.  

Versicherungskaufmann im Innendienst: Die Aufgaben im Hintergrund

Neben den Tätigkeiten im Außendienst fallen auch viele Aufgaben im Hintergrund, dem sogenannten Innendienst an. Versicherungskaufleute im Innendienst arbeiten entweder für große Versicherungskonzerne oder Banken. Die Aufgaben der Innendienstmitarbeiter sind sehr vielfältig und ermöglichen verschiedene Formen der Spezialisierung. 

 

Viele Kunden werden nicht von den Außendienstmitarbeitern kontaktiert, sondern stellen von sich aus einen Antrag auf einen Versicherungsvertrag. Aufgabe des Innendienstmitarbeiters ist es hierbei, den Kunden einzuschätzen (Beurteilung der Risiken) und darauf basierend den Versicherungsantrag anzunehmen bzw. abzulehnen. Im weiteren Verlauf müssen in regelmäßigen Abständen Verträge aufgenommen, verwaltet und verändert werden. 

 

Ein weiteres bedeutsames Aufgabenfeld von einem Versicherungskaufmann bzw. einer Versicherungskauffrau ist das Management von Schadensfällen. Dabei müssen gemeldete Schadensfälle aufgenommen und geprüft werden, ob für den Schaden Versicherungsschutz besteht. In Rahmen der Schadensfallbearbeitung kann es zu Korrespondenz mit Kunden, anderen Versicherungen, Polizei, Gerichten, Gutachtern und Anwälten kommen. Da es in solchen Fällen um viel Geld gehen kann, kommt es nicht selten zu Reklamationen. 

 

Darüber hinaus können auch das Erstellen von Statistiken oder die Durchführung von Prämienrechnungen typische Aufgaben für Innendienstmitarbeiter sein. 

 

Sowohl für die Versicherungskaufleute im Innendienst, als auch für die Beschäftigten im Außendienst ergeben sich mögliche Einsatzorte in verschiedenen Versicherungsunternehmen (z.B. Lebensversicherungen, Kfz-Versicherungen, Altersvorsorgeversicherungen oder Rückversicherungen). Darüber hinaus bietet sich mit dem Bankwesen eine weitere mögliche Einsatzbranche.

Die Ausbildung zum Versicherungskaufmann: Der Kaufmann für Versicherungen und Finanzen

Die Ausbildung zum „Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen“ hat seit dem Jahr 2006 die Ausbildung zum „Versicherungskaufmann/-frau“ abgelöst. Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Im dritten Ausbildungsjahr müssen sich die Auszubildenden auf eine der beiden Fachrichtungen spezialisieren. 

 

In der Berufsschule stehen Fächer wie Deutsch, Mathematik (z.B. wichtig für die Ausarbeitung von Verträgen) oder Wirtschaft an der Tagesordnung. Außerdem lernen die Auszubildenden in der Berufsschule beispielsweise wie Kundengespräche geführt werden, was Schadens- und Leistungsmanagement in der Praxis bedeuten oder wie man eine Agentur gründet und anschließend steuert. All diese Kompetenzen werden auch in Banken geschätzt.

 

Viele Versicherungsunternehmen und Banken legen zudem großen Wert auf interne Schulungen. Bei den internen Schulungen werden beispielsweise Lernfelder aus der Berufsschule vertieft oder die Soft-Skills der Auszubildenden gefördert. 

 

Neben der Möglichkeit einer dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gibt es mittlerweile Studiengänge, die auf die Finanz- und Versicherungswirtschaft (z.B. Versicherungswesen) spezialisiert sind. Diese Studiengänge können bei größeren Versicherungsunternehmen oder Banken häufig in Form eines dualen Studiums gemeinsam mit der Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen absolviert werden. Die Absolventen eines dualen Studiums erlangen einen Berufs- und einen Hochschulabschluss. Vollzeitstudenten sollten bereits während ihres Studium versuchen über Praktika, Werkstudentenstellen oder das Verfassen einer Abschlussarbeit praktische Erfahrungen im Versicherungswesen zu sammeln.

Wird die Versicherung über eine Bank vertrieben, nimmt die Bank eine Vermittlerrolle ein und der Bankberater bleibt auch in Zukunft Ansprechpartner für den Kunden. Bei erfolgreichen Versicherungsabschlüssen erhalten Außendienstmitarbeiter in der Regel von ihrem Arbeitgeber eine Provision. Nach dem Vertragsabschluss sind die Außendienstmitarbeiter in vielen Fällen die ersten Ansprechpartner der Kunden bei Fragen zum Vertrag oder zum Versicherungsschutz. 

Welche Voraussetzungen sollten Versicherungskaufleute erfüllen?

Heutzutage verfügen mehr als zwei Drittel der Auszubildenden, welche eine Lehre zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen absolvieren über eine Hochschulreife (Abitur oder Fachabitur). 

 

Aufgrund des Kontaktes mit Kunden und vielen anderen Akteuren sollten Versicherungskaufleute eine Freude am Umgang mit Menschen mitbringen und insbesondere im Außendienst dazu in der Lage sein, selbstsicher auf Leute zuzugehen. Für die Gespräche mit Kunden sind eine gewisse Redegewandtheit, Überzeugungsfähigkeit und ein sicheres Auftreten nötig. Die Kunst hierbei ist es, den Kunden situativ passend anzusprechen. Einem Unternehmer kann nicht in derselben Art und Weise wie einem Studenten begegnet werden. 

 

Der Beruf des Versicherungskaufmanns kann sowohl im Außen- als auch im Innendienst anstrengend sein. Kunden sind häufig nur nach Feierabend oder am Wochenende anzutreffen, wodurch sich für die Außendienstmitarbeiter unregelmäßige Arbeitszeiten ergeben können. Auch können die häufigen Autofahrten auf Dauer anstrengend sein. Die Innendienstmitarbeiter wiederum sind nicht selten einer Vielzahl an Bearbeitungsfällen oder Kundenreklamationen ausgesetzt. Darüber hinaus sind Versicherungskaufleute nach Schadensfällen (z.B. Unfällen) häufig die ersten Ansprechpartner des Kunden. In solchen Situationen treffen Versicherungskaufleute zum Teil auf sehr aufgebrachte und verärgerte Kunden und müssen dazu in der Lage sein, in einer angemessenen Art und Weise auf diese einzugehen. Der Beruf eines Versicherungskaufmanns kann also aus verschiedenen Gründen belastend sein und erfordert eine gewisse Stressresistenz. 

Das Gehalt als Versicherungskaufmann

Versicherungskaufleute verdienen in den neuen Bundesländern im Schnitt 27.000 Euro brutto pro Jahr, während ihre Kollegen in den alten Bundesländern auf durchschnittlich 35.000 Euro kommen. 

 

Diese regionalen Unterschiede erklären sich aufgrund der unterschiedlicher Wirtschaftskraft, Lebenshaltungskosten und einer geringeren Anzahl an Unternehmen mit Tarifbindung in den neuen Bundesländern. 

 

In der Spitze sind allerdings weitaus höhere Gehälter möglich. Im Außendienst können Versicherungskaufleute nach einigen Jahren Berufserfahrung teilweise Gehälter von mehr als 50.000 Euro brutto im Jahr erzielen und auch im Innendienst sind in entsprechenden Versicherungsunternehmen bzw. Banken derartige Einkommen möglich. Versicherungskaufleute im Außendienst haben außerdem die Möglichkeit ihre Gehälter über Erfolgsprämien aufzubessern.

Das Gehalt eines Versicherungskaufmanns während der Ausbildung

Die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen wird mit einer überdurchschnittlich hohen Ausbildungsvergütung entlohnt. Die genaue Höhe der Ausbildungsvergütung richtet sich dabei nach dem Versicherungsunternehmen, der Bank bzw. einer etwaigen Tarifbindung. Größere Versicherungsunternehmen unterliegen häufiger einer Tarifbindung als kleinere. Außerdem bestehen regionale Unterschiede in Form eines Ost-West-Gefälles. Die Auszubildenden in den alten Bundesländern erhalten in der Regel eine höhere Vergütung als die in den neuen Bundesländern. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit können angehende Versicherungskaufleute von folgendem Gehalt während ihrer Ausbildung ausgehen (Stand 2016):

 

          Jahr                                    Ausbildungvergütung

1. Ausbildungsjahr                            976,– EUR

2. Ausbildungsjahr                         1.038,– EUR 

3. Ausbildungsjahr                         1.100,– EUR

Das Einstiegsgehalt eines Versicherungskaufmanns: So sieht es nach der Ausbildung aus

Im Durchschnitt können Versicherungskaufleute von einem Einstiegsgehalt in Höhe von knapp 28.000 Euro brutto p.a. ausgehen. Auch das Einstiegsgehalt von frisch ausgelernten Versicherungskaufleuten hängt wieder von der Größe des Unternehmens, dem Standort und einer möglichen Tarifbindung ab. Bei den regionalen Unterschieden in der Bezahlung muss allerdings bedacht werden, dass diese sich zum Teil wieder über die unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten ausgleichen. Des Weiteren existieren Gehaltsunterschiede aufgrund der verschiedenen Tätigkeiten im Innen- bzw. Außendienst.

Weiterbildung und Zukunftsaussichten

Aufgrund der Niedrigzinsphase sind einige Versicherungsunternehmen unter Druck geraten und die Digitalisierung könnte dafür sorgen, dass einzelne Tätigkeiten von Versicherungskaufleuten in Zukunft automatisiert ablaufen. Der Beruf des Versicherungskaufmanns befindet sich also im Wandel. Dieser Wandel bietet allerdings auch neue Chancen. 

 

Um eine erfolgreiche Karriere als Versicherungskaufmann oder Versicherungskauffrau zu verfolgen, ist es wichtig sich weiterzubilden. Hierbei bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten. Im Anschluss an die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen kann beispielsweise eine IHK Fortbildung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen angestrebt werden. Außerdem ist es möglich eine eigene Versicherungsagentur zu eröffnen, innerhalb eines Versicherungsunternehmens bzw. einer Bank zum Abteilungsleiter aufzusteigen oder mit einem höheren Verantwortungsbereich beauftragt zu werden. 

 

Viele Versicherungskaufleute beginnen nach ihrer Ausbildung oder nach einigen Jahren Berufserfahrung mit einem Vollzeit- oder einem berufsbegleitendem Studium. Hierfür bieten sich z.B. Studiengänge der Wirtschaftswissenschaften an, die es erlauben einen Schwerpunkt auf Fächer wie Finanzen oder Versicherungen zu legen. 

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