Was machen Wirtschaftsmathematiker?

Erfahren Sie hier alles über den Beruf: Aufgaben, Jobs, Voraussetzungen und welches Gehalt Sie erzielen können.

 

Mathematik ist weit mehr als nur ein Pflichtfach in der Schule. Die Mathematik und ihre Werkzeuge ermöglichen technologische Innovationen und sind Grundlage für betriebswirtschaftliche Prozesse.  In Kombination mit wirtschaftswissenschaftlichen Tätigkeiten bietet die Mathematik nicht nur im Bankwesen ausgezeichnete Berufsaussichten. 

 

 Doch was genau macht ein Wirtschafmathematiker? Wie wird man Wirtschaftsmathematiker, welche Voraussetzungen sollten Jobinteressenten mitbringen und welche Gehälter lassen sich als Wirtschaftsmathematiker erzielen? Diese und mehr Fragen werden im folgenden Berufsbild beantwortet. 

Was macht ein Wirtschaftsmathematiker? Die möglichen Jobs

Wirtschaftsmathematiker arbeiten in den verschiedensten Branchen, Aus diesem Grund ist das mögliche Aufgabenfeld sehr vielseitig. Beispielsweise können Wirtschaftsmathematiker bei Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Markt- und Meinungsforschungsunternehmen, Industrieunternehmen, IT-Unternehmen oder in der Pharmaindustrie tätig sein. 

 

In Banken bekleiden Wirtschaftsmathematiker Positionen wie Risikomathematiker, Risikoanalyst oder Risikocontroller. Ziel von Wirtschaftsmathematikern ist es meist, betriebswirtschaftliche Probleme mit mathematischen Methoden zu lösen. Bei der Arbeit in einer Bank stellen beispielsweise das Erstellen von Reportings und Finanzierungs- oder Vorhersagemodellen typische Aufgaben für Wirtschaftsmathematiker dar.

 

Oftmals geht es darum, Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Ereignisse zu berechnen. Außerdem müssen Gewinnmaximierungs- sowie Konditionsberechnungen, beispielsweise für Finanzprodukte, durchgeführt werden. Dabei wird das Ziel verfolgt festzustellen, ob Produkte oder Anlagen für eine Bank rentabel sind. Auch in Versicherungsunternehmen werden Wirtschaftsmathematiker beschäftigt und verantworten dort beispielsweise die Kalkulation von Versicherungsbeiträgen.

 

Im Rahmen der genannten Aufgaben greifen Wirtschaftsmathematiker in ihrer täglichen Arbeit auf mathematische Theorien, Modelle und Algorithmen zurück. Diese werden meist mit Hilfe von Software erstellt, analysiert oder interpretiert. Wirtschaftsmathematiker können auch in IT-Firmen bzw. in IT-Abteilungen von Banken tätig sein. In solchen Fällen werden häufig Programmierkenntnisse erwartet. Hierbei kann es beispielsweise Aufgabe sein, den IT-Fachleuten bei der Erstellung von Programmen oder Algorithmen beratend zur Seite zu stehen oder  auf Grundlage von Algorithmen Programme selbst zu schreiben. 

 

Mathematikkenntnisse genießen also in Banken und anderen Wirtschaftsunternehmen eine hohe Praxisrelevanz. Wirtschaftsmathematikern stehen bei der Job- und Unternehmenswahl somit viele Türen offen.  

Ein Wirtschaftsmathematikstudium als berufliche Grundlage

Wer eine Karriere als Wirtschaftsmathematiker anstrebt, dem bietet sich entweder mit einem Mathematik- oder einem Wirtschaftsmathematikstudium eine solide Grundlage für den Berufseinstieg.   

 

Bei Wirtschaftsmathematik handelt es sich um eine Kombination aus einem Mathematikstudium und einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium wie BWL oder VWL. Je nach Hochschule kann der Fokus eher auf mathematischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Modulen liegen. Vorlesungen aus den Bereichen Finanzmathematik und Informatik können einen nicht unerheblichen Teil eines Wirtschaftsmathematikstudiums ausmachen. Das Erlangen von Kompetenzen in diesen Fachgebieten ist aufgrund der späteren beruflichen Tätigkeiten sinnvoll. Um einen Eindruck von dem genauen Schwerpunkt des Studiums zu erhalten, lohnt sich ein Blick in die Studienordnung bzw. das Modelhandbuch der jeweiligen Studiengänge. 

 

Im Mathematik- oder Wirtschaftsmathematikstudium liegt der Fokus nicht mehr,  wie noch zu Schulzeiten, ausschließlich auf der Durchführung von Berechnungen. Im Studium dreht sich vieles um Theorien, Modelle, Beweise oder Herleitungen. Diese werden oftmals nur mit Buchstaben anstelle von konkreten Zahlen gefüllt. Das Studium kann daher phasenweise sehr theoretisch und abstrakt erscheinen, weshalb Mathematikstudenten eine gewisse Begeisterung für die Inhalte mitbringen sollten. Das Fach Wirtschaftsmathematik wird als Bachelor- und Masterstudiengang angeboten. Dabei handelt es sich im Übrigen um kein typisches „Männerstudium“. In den Vorlesungsräumen findet sich ein nicht unerheblicher Frauenanteil von bis zu 50 Prozent. Bei Interesse sollten Frauen also nicht vor einer Bewerbung zurückschrecken. 

 

Auch Personen, die zuvor eine Ausbildung als Bankkaufmann oder als Versicherungskaufmann absolviert haben, ist es möglich Tätigkeiten eines Wirtschaftsmathematikers auszuführen. Für viele Stellen wird aufgrund der nötigen Mathematik- und Statistikkenntnisse jedoch ein Studium vorausgesetzt.  

Voraussetzungen, die ein Wirtschaftsmathematiker erfüllen sollte: Zahlenverständnis und mehr

Aufgrund der Arbeit mit mathematischen Methoden müssen sich Wirtschaftsmathematiker unter anderem mit Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Analyseverfahren, Algorithmen und Modellen auseinandersetzen. 

 

Der Beruf des Wirtschaftsmathematikers erfordert neben Mathematikkenntnissen auch wirtschaftliches Fachwissen. Hierzu zählen beispielsweise im Bankensektor die Bereiche Finanzierung, Versicherungen und Wertpapiergeschäfte. 

 

Auch die IT-Branche stellt einen möglichen Einsatzbereich für Wirtschaftsinformatiker dar.  Deshalb können beispielsweise Programmiersprachen sowie Kenntnisse in Feldern wie Softwareentwicklung oder Testmanagement wichtig sein.  

 

Außerdem sind für das Erstellen von Reportings, das Durchführen von Berechnungen oder die Auswertung und Analyse von Statistiken spezielle Computerprogramme nötig. Wirtschaftsinformatiker sollten der Arbeit mit Computern und Software somit nicht abgeneigt sein. Aufgrund des hohen Anteils an Analysetätigkeiten sollten Wirtschaftsmathematiker darüber hinaus ein gut ausgeprägtes Zahlenverständnis und eine schnelle Auffassungsgabe mitbringen. Da mathematische Aufgabestellungen nicht selten knifflig sind, ist auch ein hohes Maß an Ausdauer und Fleiß gefragt. 

 

Wirtschaftsmathematiker sind in Banken und anderen Unternehmen in vielen Fällen auch Bindeglied zwischen Fachbereich und einer technischen Abteilung. Das Bild des allein und autark arbeitenden Mathematikers ist daher weit überholt. Soziale Fähigkeiten, Durchsetzungsvermögen und ein souveränes Auftreten sind für Wirtschaftsmathematiker von hoher Bedeutung.  

 

Insgesamt ist der Beruf des Wirtschaftsmathematikers also sehr anspruchsvoll und erfordert sowohl fachliche Kompetenzen als auch diverse „Soft-Skills“. 

Gehalt für Wirtschaftsmathematiker: Positive Aussichten

Wirtschaftsmathematiker verdienen verhältnismäßig gut. Beispielsweise erhalten Wirtschaftsmathematiker, die als Risikoanalysten tätig sind, ca. 55.000 Euro brutto jährlich.  Dabei verdient ein Risikoanalyst in Bayern ungefähr 62.400 Euro, während sich dessen Kollegen in Sachsen mit ca. 46.000 Euro begnügen müssen. 

 

Bei Risikocontrollern bewegt sich das Jahresgehalt im Durchschnitt um die 61.000 Euro. Dabei verdienen Risikocontroller in Baden-Württemberg mit knapp 70.000 Euro deutlich mehr als beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, wo  Risikocontroller knapp 49.000 Euro erzielen können.

 

Die durchschnittlichen Gehälter stellen aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftsmathematiker und der unterschiedlichen Rahmenbedingungen allerdings nur Näherungswerte dar. Außerdem müssen bei regionalen Vergleichen immer die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. 

 

Des Weiteren hängt das Gehalt von Wirtschaftsmathematikern auch von der Einsatzbranche, einer möglichen Tarifbindung, der Unternehmensgröße, der Berufserfahrung sowie dem individuellen Verhandlungsgeschick ab. Im Bankwesen unterscheiden sich die Gehälter aufgrund der unterschiedlichen tariflichen Regelungen auch danach, ob es sich bei der Bank um eine Privatbank, ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut (z.B. Sparkasse) oder eine Genossenschaftsbank handelt.

Berufsaussichten für Wirtschaftsmathematiker

Die Berufs- bzw. Zukunftsaussichten für Wirtschaftsmathematiker können als sehr positiv beurteilt werden. Gerade aufgrund der Digitalisierung und der zunehmenden Anzahl an verfügbaren Daten („Big Data“) steigt der Bedarf an Fachkräften mit mathematisch-statistischen Kompetenzen.  Durch die erworbenen Wirtschaftskenntnisse bieten sich zudem Berufsmöglichkeiten auf Managementebene. 

 

Wirtschaftsmathematiker haben  außerdem die Möglichkeit sich zum Aktuar (Versicherungsmathematiker) fortbilden zu lassen. Auch diese Position ermöglicht überaus attraktive Gehälter.

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