Warmes Bier, Bettruhe und saunieren: 5 Mythen rund um die Erkältung im Faktencheck

Bei Erkältungswellen sind Fehlzeiten in Unternehmen durchaus hoch. Wie Symptome schnell verschwinden und welche Mythen haben hier überhaupt Bestand?

Eine Frau liegt auf der Couch mit einem Thermometer in der Hand, die andere Hand auf der Stirn

Einen Erwachsenen erwischt es durchschnittlich zwei bis vier Mal pro Jahr. Die Erkältung gehört damit zu den häufigsten Infektions­krankheiten überhaupt. Eine Erkältungs­welle in den Winter­monaten kann sogar hohen wirtschaftlichen Schaden aufgrund der vielen krankheits­bedingten Fehlzeiten verursachen. Doch was können Berufstätige tun, damit die unangenehmen Halsschmerzen und der Schnupfen möglichst schnell verschwinden? Rund um das Thema Erkältung ranken sich zahlreiche Mythen. Wir haben die bekanntesten Ratschläge für Sie zusammen­gestellt und verraten Ihnen, was wirklich hilft.

Mythos 1: Hand vor den Mund!

Falsch! Der Tipp geht zwar in die richtige Richtung, scheitert aber an der Umsetzung. Die Hand beim Husten vor den Mund zu nehmen, reduziert die Ansteckungs­gefahr nicht. Die Krankheits­erreger verbreiten sich von der eigenen Hand zum Beispiel beim Hände­schütteln oder auf Türklinken und Griffe in Bus und Bahn. Besser ist, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten. Das vermindert die Keim­verbreitung. Ein guter Schutz ist auch das regelmäßige Hände­waschen mit Seife.

Mythos 2: Schwitzen!

Falsch! Es ist zwar wissenschaftlich erwiesen, dass regelmäßige Saunabesuche das Immun­system stärken und den Kreislauf in Schwung bringen. Das gilt aber nur für gesunde Menschen. Saunieren mit Erkältung kann hingegen gefährlich werden. Die Krankheits­erreger können sich in der heißen Luft schneller vermehren. Zum anderen belastet der Saunagang das Herz-Kreislaufsystem. Das schwächt den Körper und der Infekt kann stärker werden. Es besteht auch das Risiko, andere Sauna­besucher anzustecken. Ein weiterer Irrweg des Mythos: Eine Erkältung auszuschwitzen funktioniert aus medizinischer Sicht grundsätzlich nicht. Der Erkältungskranke kann die Erreger nicht einfach über den Schweiß wieder abgeben. Hitze kann allerdings die Schleimhäute anregen und so zu einer besseren Krankheits­bekämpfung beitragen.

Menschenleerer Saunaraum, aus dem Heizofen steigt Rauch auf

Mythos 3: Warmes Bier trinken!

Achtung! Positiv wirkt der im Bier enthaltene Hopfen. Denn das Hanfgewächs beinhaltet ätherische Öle und Bitterstoffe, was eine beruhigende Wirkung hat und den Schlaf fördert. Der Nachteil von Bier ist, dass es Alkohol enthält. Dieser schwächt das Immun­system und entzieht dem Körper Wasser. Der Erkrankte sollte also lieber eine alkoholfreie Variante wählen. Wichtig ist auch, das Getränk nicht zu stark zu erhitzen, da sonst die wirksamen Stoffe des Hopfens verloren gehen. Ein Löffel Zucker oder Honig kann dem Bier zudem seinen bitteren Geschmack nehmen.

Bierkrug aus Glas mit frisch gezapftem Bier, dessen Krone etwas überläuft

Mythos 4: Jede Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage!

Fast richtig! Bei einer einfachen Erkältung sind neun Krankheitstage ein guter Richtwert. Auch der Verlauf wird durch diesen bekannten Mythos treffend beschrieben. Zu Beginn kündigt sich der Infekt mit Halskratzen, Kopfschmerzen und einer laufenden Nase an. In der mittleren Phase verstärken sich die Symptome. Die Halsschmerzen und der Schnupfen werden stärker. Dazu kommt ein trockener Reizhusten und eventuell auch Fieber. Nach dieser Phase ist das schlimmste der Erkältung überstanden. Die Beschwerden lassen nach und das Abwehr­system vertreibt die Krankheits­erreger.

Mythos 5: Ab ins Bett!

Fast richtig! Richtig ist, dass der Körper bei einer Erkältung ausreichend Ruhe braucht, um die Erreger effektiv zu bekämpfen. Viel Schlaf und wenig Stress sind also durchaus sinnvoll. Ein Erkrankter muss aber nicht unbedingt den ganzen Tag im Bett verbringen. Auch ein entspannter Spaziergang kann helfen, das Immun­system und die Schleim­häute anzuregen. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Bei Fieber ist eine strikte Bettruhe zwingend notwendig.